Reiseblog

Zurück in der Heimat

Wir sind wieder in der Schweiz! Nach einer rasanten Taxifahrt zum Bishkeker Flughafen, längerer Wartezeit bis zum Abflug und einem ruhigen Flug, sind wir samt Gepäck pünktlich und wohlbehalten in Basel gelandet. Nun heisst es die Fahrräder wieder in Schuss zu bringen, da diese die letzten Wochen in Kirgistan etwas gelitten haben. Wir sind dran die rund 3500 Fotos zu sortieren und zu bearbeiten. Das eine oder andere neue Bild wird dann sicherlich auch den Weg auf diese Seite finden.

Wir sind unendlich dankbar für die unzähligen spannenden Erlebnisse und Begegnungen, für die spontane Gastfreundschaft, die uns überall entgegengebracht wurde, und dafür, dass wir die 163 Tage auf Reisen ohne grössere Pannen und andere Zwischenfälle voll geniessen konnten. Es ist ein riesiger Luxus, die Möglichkeit zu haben, einfach ein halbes Jahr aus dem Alltag auszusteigen und ein solches Abenteuer realisieren zu können. Insgesamt haben wir 8830 km mit dem Fahrrad zurückgelegt und sind so 644 Stunden im Sattel durch wunderbare Landschaften geradelt. Wir haben dabei zahlreiche Pässe erklommen, die Höchsten (rund 3500 m ü.M.) im Kirgisischen Himmelsgebirge (Tian Shan). 93 Nächte verbrachten wir im Zelt und 17 mal nahmen wir das Angebot von netten Gastgebern an bei Ihnen zu übernachten.

Ganz herzlichen Dank an Alle, die hier im Gästebuch Einträge verfasst haben und uns auf dem Laufenden hielten, was in der Schweiz oder sonst auf der Welt gerade geschah. Wir haben uns immer sehr über neue Kommentare und Informationen gefreut.

Ab dem 9. November zeigt das Schweizer Fernsehen eine siebenteilige Dok-Serie über die Seidenstrasse.  Das Filmteam bereist dabei weitgehend die gleichen Länder wie wir. Und in Kirgistan haben wir sogar einen Protagonisten kennengelernt, der das Team durch seine Berge begleitet. Die Sendung ist auch als Podcast erhältlich.

Naryn – Ak-Tal – Baetov – Kazarman – Jalal-Abad – Toktogul – Suusamyr Tal – Biskek

So landen wir ein drittes Mal in Naryn und ein zweites und hoffentlich letztes Mal in dem selben schlechten Hotel aus der Sovietzeit. Das Personal ist immer noch nicht freundlicher und diesmal ist nur noch das Luxuszimmer frei (wer’s glaubt)! Luxus bedeutet hier Wasserkocher und Teekanne und ist für sagenhafte 12.- Fr. pro Person und Nacht zu haben. Wir können die „nette“ Dame auf 10.- Fr. runterhandeln, da wir ja immerhin zwei Nächte bleiben. Der Preis ist in Anbetracht der Sauberkeit und des Komforts des Zimmers immer noch Wucher und gilt natürlich nur für Touristen, aber immerhin gibt es eine Dusche mit warmem Wasser. Zu allem Überdruss werden uns auch noch die Velos „gelüftelt“, bei unserem ersten Besuch hier wurden ja unnötigerweise nur die Ventildeckel geklaut! Aber egal, wir haben ja schliesslich eine Pumpe dabei! Mit neuer Luft in den Reifen starten wir unsere letzte Etappe, die uns aus dem zentralen Kirgistan wieder nach Bishkek führt. Es erwartet uns ein straffes Programm, denn wir strampeln die rund 1100 km inklusive drei Pässe über 3000 m ohne Pause in 15 Tagen ab.

Die mittlere Höhe Kirgistans beträgt 2750 m ü.M. (mittlere Höhe der Schweiz 1307 m), das heisst 50% der Fläche liegt über und 50% unter 2750 m. Kirgistan ist somit ein ausgeprägtes Gebirgsland, das vor allem von Steppen dominiert wird. Bei Jalal-Abad radeln wir entlang der Flanke des fruchtbaren Ferganatals, der Region, in welcher Getreide und Gemüse fürs ganze Land angebaut wird. Daneben säumen weite Baumwollfelder unseren Weg, die im Moment zur Ernte bereit stehen und deshalb aussehen, als seien sie von unzähligen Schneebällen übersät. In jeder grösseren Ortschaft in Kirgistan gibt es einen schönen Bazar mit viel frischem Gemüse. Wir wundern uns nur ein Bisschen, wo denn diese gesunden Zutaten in der Kirgisischen Küche bleiben, denn immer, wenn wir zum Mittagessen in ein Strassencafé einkehren, gibt es da bloss Schaffleisch gebraten mit Zwiebelringen oder Schaffleisch in einer Bouillon weichgekocht oder Schaffleisch in grosse Teigtaschen verpackt. Die sehr einseitigen Gerichte werden jeweils mit Brot und Schwarztee gereicht. Zum Glück kochen wir meistens selber und unsere Radler-Küche ist gar nicht einseitig… Obwohl, zwar, was unsere Lieblingsspeise, Griessbrei mit Kompott, betrifft, könnte man schon fast meinen…

Es ist ein Phänomen, egal wo, wie abgelegen oder wie gut versteckt wir unser Zelt aufstellen oder picknicken, aus irgendeinem Busch taucht sicher immer ein Kirgise auf und will wissen, woher wir sind (откуда?). So bekommen wir zum Beispiel Besuch von kleinen Kindern, die uns mit frischem Butter und Baumnüssen aus den nahegelegenen Nusswäldern beschenken, von einer Frau mit ihrem Sohn, die uns Brot und Kymys bringen, von einem altem Mann, dessen Pferd verloren gegangen ist, oder von einem Jungen, der seinen Truthahn sucht, von Betrunkenen, die irgendetwas erzählen, von Hirten, die unsere Ausrüstung bestaunen und mal eine Runde Velo fahren möchten, von einem Mann, welcher uns heisses Wasser für unsere Thermoskanne bringt, da wir aus Versehen in seinem Garten zelten usw. Ihnen allen, ausser vielleicht den Betrunkenen, ist gemein, dass sie rasch wieder verschwinden und sich nicht an uns stören, sondern im Gegenteil, eher besorgt sind, ob wir nicht frieren oder ob wir genug zu Essen haben.

Vor dem Ala-Bel Pass (3184 m ü.M.) werden wir wieder mal über Nacht eingeschneit.
Am nächsten Morgen ist es bitterkalt, aber zum Glück lacht die Sonne wieder. Von unserem Nachtlager aus hören wir wie der Verkehr rollt und sind frohen Mutes, auf der aperen Strasse die letzten Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Leider müssen wir ziemlich schnell feststellen, dass die Strasse eher einer Rodelbahn gleicht und die Autos und LKWs kreuz und quer auf der Fahrbahn stehen. Einige Autofahrer montieren ihre Schneeketten, andere basteln sich aus dicken Seilen, die sie um die Reifen wickeln, so was ähnliches wie Schneeketten, aber die meisten scheinen auf den Frühling zu warten. Wir und ein paar andere Wagemutige kämpfen uns den Berg hinauf, was am Strassenrand mit den Fahrrädern sogar recht gut funktioniert. Dank der Sonne haben wir für die Abfahrt zum Glück schon wieder fast apere Verhältnisse. So rollen wir die nächsten 80 km und 1000 Höhenmeter gemütlich runter, um dann am Töö-Ashuu Pass das letzte mal auf über 3000 m hoch zu kraxeln. Oben wartet ein 3 km langer, dunkler und holperiger Tunnel auf uns, welcher mit einem Lichtsignal ausgestattet ist und jeweils nur einspurig befahren werden soll. Immerhin halten sich die grossen Lastwagen daran! Während wir unsere Lichter und Warnwesten montieren, kommt ein Mann und fragt uns, ob wir Masken hätten, denn der Tunnel sei schlecht belüftet. Wir verneinen und so hält er auch gleich den nächsten LKW an, der uns netterweise durch diese Todeszone chauffiert. Wie wir schnell merken, wäre die schlechte Luft wohl das kleinere Übel gewesen. Bei solch engen Platzverhältnissen und der rücksichtslosen Fahrweise der Kirgisen hat es für den Langsamverkehr keinen Platz. Die folgende Abfahrt ist nicht ganz ohne. Die Passstrasse stürzt sich nordseitig sehr steil den Berg hinunter und an den vielen schattigen Stellen hat es Eisflächen, auf welchen wir hie und da ins Rutschen geraten und und einmal gar hinfallen, glücklicherweise ohne Folgen.

In den letzten 6 Wochen unserer Reise haben wir Kirgistan erkundet, das alleine schon eine Reise wert ist. Der anfängliche Frust, unsere geplante Route durch den Pamir nicht umsetzen zu können, wurde in diesem landschaftlich sehr schönen und spannenden Land Zentralasiens mehr als wett gemacht. Unsere Veloreise kommt nun langsam zu einem Ende und wir fliegen in den kommenden Tagen wieder in die Heimat. Wir freuen uns sehr, wieder zurückzukehren. und doch ist es irgendwie schade, dass das Reiseleben vorerst vorbei sein wird.

Kilometerstand: 8830 km

Naryn – At-Bashy – Tash-Rabat – Torugart – Ak-Say Tal – Bosogo – Ak-Muz – Naryn

Zum zweiten Mal fahren wir nach Naryn in der Hoffnung, dass unser benötigtes Border-Permit (Erlaubnis um sich im Grenzgebiet zu China aufzuhalten) für die Umrundung der At-Bashy Range, ein Bergkette im Tien Shan, bereit liegt. Denn die versprochenen 14-Tage Bearbeitungszeit sind nun definitiv verstrichen. Leider werden wir um weitere drei Tage vertröstet, aber wir können immerhin organisieren, dass die Papiere in ein Jurt-Camp bei Tash-Rabat geliefert werden, welches auf dem Weg liegt und wir in drei Tagen gemütlich erreichen können. Auf dem Gemüsemarkt und in den unzähligen Mini-Lädeli Naryns decken wir uns ein weiteres mal mit Esswaren für zirka 10 Tage ein und können so mit vollen Taschen auf unsere härteste, aber auch landschaftlich schönste Tour in eines der entlegensten Gebiete Kirgistans starten. Die Route führt uns von Naryn richtung Torugart Pass, einer der zwei Grenzübergänge zwischen Kirgistan und China. Diese Strasse ist teilweise so schlecht, dass die massiv beladenen Sattelschlepper mit Ware aus China bloss Schritttempo fahren können. An dieser wichtigen Verbindung wird jedoch fleissig gebaut. Grosse Abschnitte sind schon wunderbar geteert und überall treffen wir Chinesische (Zwangs-) Arbeiter an, die mit ihrer notdürftigen Kleidung und Stofflatschen in diesem oft garstigen Wetter auf den vielen Baustellen graben, wischen oder oft auch nur rumstehen oder rumsitzen. Wir stoppen im Städtchen At-Bashy, um den riesigen und wahnsinnig lebendigen Sonntags-Bazar zu besuchen. Hier werden Pferde, Kühe, Schafe, Ziegen und Hühner verkauft, dort Gemüse und Obst, an den unzähligen Ständen in der Mitte gibt es alles für den täglichen Bedarf zu kaufen (Kleider, Schuhe, Schmuck, Spielzeug, Kochgeschirr, Medikamente, Kosmetik, Elektronikzeugs, Werkzeug, Fahrradersatzteile usw.) und daneben frittieren Leute in blubbernden Öltöpfen Snacks wie Piroshkas und Fisch.

Am ersten Check-Point vor dem Torugart Pass können wir freudig unser mittlerweile erhaltenes Permit vorweisen. Der Herr in Camouflage hat aber weniger Freude, da die aufgelisteten Ortschaften in umgekehrter Reihenfolge auf dem Papier stehen, als wir sie abzufahren beabsichtigen. Er will, dass wir die ca. 160 km bis nach At-Bashy zurückradeln, die Route gemäss Liste abfahren, um ihn dann von der anderen Seite des Schlagbaumes wieder zu begrüssen. Zusätzlich möchte er noch gerne ein klitzekleines „Souvenir“ aus der Schweiz! 😉 Mit ein wenig Geduld können wir ihn dann doch noch überzeugen, dass die vielen Stempel und Unterschriften wohl wichtiger sind als die Reihenfolge der Ortschaften und da der jüngere und pflichtbewusstere Soldat auch schon unsere Pässe zurückbringt, gibt es keinen Grund mehr uns unnötig aufzuhalten. Wieder im Besitz unserer Dokumente sehen auch wir keinen Grund dieser offensichtlichen Aufforderung zur Bestechung (Souvenir) nachzukommen und setzen unsere Fahrt fort. Es folgen auf der ganzen Tour noch zwei weitere Check-Points, welche wir ohne grössere Probleme passieren können. Gemäss eines älteren Reiseberichtes waren vor sechs Jahren noch neun solcher Posten auf dieser Strecke entlang der Chinesischen Grenze verteilt. Wie auch die jüngsten Lockerungen der Visabestimmungen für Kirgistan zeigen, ist man wohl bestrebt den Touristen den Aufenthalt im Land ein wenig einfacher zu gestalten.

Dass das Bergwetter auf 3500 Meter nicht wirklich beständig ist, wissen wir und erleben es auch täglich. So machen wir zum Beispiel bei stahlblauem Himmel und angenehm warmer Temperatur einen Mittagsrast, um kurz darauf hastig alles einzupacken, weil sich wiedermal ein Schneesturm ankündigt. Wir haben aber immer Glück, denn je unerwarteter und heftiger diese zum Teil horizontalen und bissig kalten Schneegestöber aufziehen, desto schneller sind sie auch wieder vorüber. Einzig die Flussquerungen (die meisten Brücken sind leider unbrauchbar) mit bis zu knietiefem Wasser brauchen in dieser Kälte etwas Überwindung und wären für Sebastian Kneipp Anhänger mit Sicherheit ein Highlight. Kaum verschwindet der letzte Sonnenstrahl hinter den schneebedeckten Bergspitzen, wird es sofort eisig kalt und wir verkriechen uns ins Zelt und in unsere super warmen Schlafsäcke. Am Morgen brauchen wir dann meist ein wenig länger bis wir die Nase wieder aus dem Zelt strecken, was aber meist mit einem tollen Panorama belohnt wird. Und nach einer Tasse heissem Kaffee und einer Pfanne Porridge mit Nutella ist die Radler-Welt sowieso in Ordnung.

Kilometerstand: 7767 km

Naryn – Oruk-Tam – Tosor Pass – Dalpakbel‘ Pass – Sary-Bulak – Dolon Pass – Naryn

Diese sechstaegige Runde fuehrt uns durchs Tal der Naryn, einer der grossen Fluesse Kirgisiens. In anstrengendem Auf und Ab geht’s dann durch die Schlucht der kleinen Naryn in wunderschoen einsame Ebenen und Taeler mit Aussicht auf viele verschneite Gipfel. Auf dieser Route hat es kaum Verkehr und nur einige Jurten und Hirten mit ihren Herden. Man kann hier ueberall bedenkenlos an den schoensten Plaetzen campieren, man kriegt nur manchmal Besuch von Hirten, die einem Kymys oder Kaymak (Doppelrahm) und Brot vorbeibringen oder Vodka oder Zigaretten abkaufen wollen. Kurz vor dem Tosor Pass kehren wir um und folgen einem anderen Fluss richtung Sary-Bulak und zurueck nach Naryn, denn dort erwarten wir ein Border Permit fuer die Umrundung der At-Bashy Range (ein Gebirgszug nahe der Chinesischen Grenze). Es ist ein tolles Bild, wenn man auf den einsamen Pisten auf einmal Kinder antrifft, die in ihrer Schuluniform hoch zu Pferd zur Schule reiten: Die Knaben in schwarzen Anzuegen, weissen Hemden und Kravatte oder Schlips, und die Maedchen in schwarzen Roecken mit weissen Schuerzen und weissen Maschen in den Haaren. Hier in Kirgisien wird man wohl auf dem Pferd geboren, kleine Knirpse reiten hier schon richtig grosse Pferde (ich weiss gar nicht, ob ich ueberhaupt auf so eins aufsteigen koennte!).

Kilometerstand: 7317 km

Bishkek – Tokmok – Kochkor – Song-Koel – Ak-Tal – Naryn

Da die Grenzen zum Tajikischen Pamir wegen Kaempfen im Juli geschlossen sind, haben wir entschieden einen Flug von Baku (AZ) nach Bishkek (KS) zu nehmen und unsere verbleibenden Wochen durchs schoene Bergland Kirgisiens zu touren. Wir und unsere Velos sind zum Glueck heil in Bishkek angekommen und nach zwei Tagen in der eher unspektakulaeren Hauptstadt sind wir echt gespannt auf das neue Reiseland. Die weiss verschneiten Berge der Ala Tau Range, gleich suedlich von Bishkek, machen uns schon ganz „glustig“. Vieles, wie Gebaeude, Laeden und Essen, gleicht hier den ebenfalls Sovietisch gepraegten Laendern Georgien und Azerbaijan, doch das Aussehen der Menschen hat sich mit unserem Sprung in den Osten markant veraendert. Wir nehmen aus Bishkek ein tolles Geschaeftsmodell fuer Nicoles arbeitslose Zeit nach dieser Reise mit: Man stelle sich an den wichtigsten Platz oder Boulevard der Stadt mit einer Kulisse aus ausgestopften Greifvoegeln, Bouquets aus bunten Plastikblumen, Spielzeug-Tretautos fuer die Kinder und weisse Hasen oder Tauben zum streicheln und verdiene dann sein Geld als Fotograf!

Schon am zweiten Tag nachdem wir in Bishkek losgeradelt sind, treffen wir vier Schweizer Velofahrer, welchen wir uns gerne fuer ein Weilchen anhaengen. Es ist naemlich interessant mal den Reisealltag und die vielen Erlebnisse mit anderen Radlern zu teilen. Janine und Dominik sowie Esther und Christoph sind gemeinsam nach China unterwegs. Auf dem Weg zum wunderschoenen auf rund 3000 m gelegenen Bergsee Song-Koel wirft es uns zwei eines Nachts synchron zweimal mit Erbrechen und Durchfall aus dem Zelt, sodass wir einen Tag am schoenen Plaetzli am Bach pausieren muessen. Von nun an trinken wir also nur noch gefiltertes oder gekochtes Brunnen- oder Bachwasser (zum Glueck hat Nicole ja so einen tollen Wasserfilter vom Institut geschenkt gekriegt!). Ausserdem sind wir darauf angewiesen auf diesen mehrtaegigen Touren durchs Niemandsland immer wieder aus Baechen Wasser filtern zu koennen. Die Naechte hier in der Hoehe werden nun schon eisig kalt und nicht selten ist das Zelt am Morgen gefroren. Am Song-Koel hat es viele Jurten, in welchen die Hirten im Sommer wohnen, wenn sie hier ihre Tiere weiden lassen. Die vielen frei umherwandernden Pferdeherden sind schon etwas sehr Spezielles in dieser alpinen Steppenlandschaft. Aus der Milch wird Kymys (vergorene Stutenmilch) produziert, was fuer uns komisch saeuerlich und gleichzeitig rezent schmeckt, doch anscheinend soll es gut fuer den Magen und bis zu einem Jahr haltbar sei. Die Abfahrt vom Song-Koel richtung Ak-Tal ist spektakulaer, eine steile Wand mit den vielen Serpentinen. Bei dieser tollen Landschaft werden wir daran erinnert, warum wir einerseits schon lange mal hierher nach Zentralasien kommen wollten und  warum uns unsere Alpen zu Hause so sehr gefallen. Geologie und Flora sind hier sehr aehnlich wie in den Alpen, wenn auch um rund 1000 m nach oben verschoben. In Naryn verabschieden wir uns dann von unseren tollen Reisegefaehrten (danke euch viel, viel mal fuer die schoene Zeit mit euch und viel Glueck auf eurer Weiterreise!) und ruesten uns aus fure unsere nachste Tour.